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Alt 13.05.2009, 21:33   #11 (permalink)
Gemeinde-Igelchen
 
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Die Bezeichnung Zweckentfremdung im Hinblick auf Gesundheitsvorsorge finde ich nicht ganz richtig. Deshalb ein paar Tatsachen zu diesem Thema:

Unter Prävention der KK fallen Nichtraucherkurse, Abnehmkurse und Bewegungskurse. Umstritten sind oft die Bewegungskurse.
Wenn man aber folgendes mal bedenkt, nämlich dass der Krankenstand der Mitarbeiter in einer Einrichtung für Kinder und Jugendliche im Durchschnitt bei 4 - 5 % liegt, und hier der Anteil der Reinigungstruppe bei 12 - 15 % im Jahr landet, dann muss man sich als Firma etwas einfallen lassen. Die meisten gehen den Weg des Outsourcens, was für mich Ausbeutung bedeutet, andere versuchen es über Gesundheitsvorsorge. (Übrigens die Zahl im Bezug auf die Reinigung ist repräsentativ auch für andere Wirtschaftszweige)
Wenn man nun bedenkt, dass nur ca. 5 % der Erkrankungen auf Konto des Berufs entfallen und 2 % der Erkrankungen auf persönliche Veranlagung, und der Rest auf ungünstige Lebensführung, dann kann man sich vorstellen, dass die Kassen und zwar alle, ein besonderes Interesse an Vorsorge haben. Was bedeutet, dass an Verantwortliche in Firmen herangetreten wird, mit dem Angebot der kostenlosen Information und eben solcher Kurse.

Was hier ein bisschen verächtlich als Bauch-Beine-Po bezeichnet wird, ist nichts anderes als der gezielte Aufbau eines stabilen Muskelkorsetts. Diese Kurse sind auch nicht samt und sonders kostenlos, sondern je nach Kasse in mehr oder minder beschränktem Umfang. Andere Bezeichnungen für sowas können sein, Rückenschule und Pilates.

Ich traue mich folgende Prognose ab zu geben: wenn wir nicht mehr an Gesundheitsvorsorge und Eigenverantwortung zu arbeiten bereit sind, dann wird uns früher oder später die Kostenlawine (Nicht nur im Medikamentensektror) überrollen, ob wir jetzt eine Einheitskasse haben oder das bestehende System. Die nun anvisierten Zuzahlungen werden uns dann als Klacks erscheinen.

Nur noch ein Beispiel: Im Jahr 2008 sind die Kosten allein für Logopädie, Physiotherapie und Ergotherapie um 30 % zum Jahr 2007 gestiegen. Die Ärzte die diese Leistungen verordnet haben, wurden mit extremen Regressforderungen bedroht, bis zu einer Höhe von 200.000 €. Sie sind nunmehr angehalten z.B. einem Schlaganfallpatienten, bei dem keine Besserung seines Zustands mehr zu erwarten ist, die weitere Verordnung zu Verweigern. Die Linderung ist für die Verordnung kein Kriterium mehr.
herablau ist offline   Mit Zitat antworten
Ungelesen 13.05.2009, 21:33   #1 (permalink)
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Alt 14.05.2009, 03:39   #12 (permalink)
Uralter Gemeindehase
 
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Zitat:
Zitat von emei Beitrag anzeigen
bei krebspatienten gibt es (noch) aber die 1% belastungsgrenze, danach bist du befreit. könnte euch vielleicht das helfen im moment?
Die 1% gelten selbst bei Krebskranken aber erst nach einem Jahr, also wenn man für gewöhnlich die OP, Chemo und Bestrahlung längst hinter sich hat! Vorher isses nicht chronisch, kein Witz! Also gerade während der Therapie, wenn man von einem Arzt zum anderen rennt und Dauerkunde in der Apotheke ist und man alle paar Tage eine neue Zuzahlung hat, greifen die 1 % noch nicht.

Bei der Chemo fällt übrigens für jede einzelne Substanz sowie Begleitmedi die Zuzahlung an, da können schnell mal 50 € oder sogar noch mehr zusammenkommen - pro Chemotag! Und wenn dann jemand sogar wöchentlich zur Chemo muss, noch Fahrtkosten am Hals hat, ständig zur Blutkontrolle muss... Das ist jetzt schon kein Klacks (@herablau) mehr. Wenn man dann noch für jeden dieser Termine mindestens 10 € zusätzlich zahlen soll, kann einen das schnell in finanzielle Bedrängnis bringen, da Krebs in den meisten Fällen kein vorhersehbares Ereignis ist, für das man vorher ein finanzielles Polster anlegt.

Außerdem werden die meisten Fahrtkosten nicht ersetzt (gerade im ländlichen Raum hat man oft sehr weite Fahrtwege) und neben den Zuzahlungen gibt es noch die nicht anrechnungsfähigen Eigenanteile oder wie auch immer die offiziell heißen.

@herablau: Welchen Vorschlag hast du für Leute mit wenig Geld, die trotz einigermaßen gesunder Lebensweise schwer/chronisch krank werden (nicht alles ist selbst verschuldet, kann auch Veranlagung oder einfach Schicksal sein!!) und sich die ganzen Zuzahlungen nicht leisten können? Lässt man die dann unauffällig sozialverträglich einfach früher sterben? Kosten ja sonst ein Heidengeld und je länger man sie mitschleift, desto teurer wird es.

Und was macht man mit Leuten, die wirklich ungesund gelebt haben, krank werden und sich die Zuzahlungen nicht leisten können? Billiges Noname-Morphium und eine Zwangsjacke samt Maulkorb?

Ich bin durchaus auch der Meinung, dass in unserem Gesundheitswesen ein ganzer Haufen Geld sinnlos verpulvert wird (und die Kosten immer mehr aus dem Ruder laufen) und dass es nicht fair gegenüber der Solidargemeinschaft ist, wenn Leute erst bewusst jahrlang mit ihrer Gesundheit Raubbau treiben und dann Unsummen an Behandlungskosten verschlingen.
Unbestritten dürfte auch sein, dass durch den technischen Fortschritt immer mehr Krankheiten geheilt werden können oder über lange Zeit behandelbar sind, was leider oft extrem teuer ist.

Nur, wer soll neutral entscheiden und kontrollieren, wer wie gesund bzw. ungesund gelebt hat und wieviel Geld man in den einzelnen Kranken "investieren" soll?
Operiert man den rüstigen 90-Jährigen noch? Rettet man das Frühchen, obwohl es schwerstbehindert (hohe Folgekosten!) sein wird?
Wieviel Aufwand betreibt man bei einem "zermatschten" Unfallopfer?

Und was macht man konkret mit Leuten, die an ihrer Erkrankung nicht ganz unschuldig sind, sich die Zuzahlungen aber trotzdem nicht leisten können?

nochmal @herablau
Die Physiotherapie ist in Deutschland leider ein absolutes Stiefkind. Selbst Ärzte, die einen erst "kaputt operieren" sehen die Notwendigkeit einer Physiotherapie oft nicht ein.

Hier noch ein Beispiel für den jetzt schon herrschenden Überweisungszwang und -wahnsinn: Man begebe sich zu seinem Hausarzt und hole dort eine Überweisung für den Facharzt. Dort bekommt man dann die Überweisung für einen onkologischen Facharzt und mit dieser Überweisung darf man dann tatsächlich schon in der Klinik seine Chemo genießen. Nach der gewünschten neuen Regelung würden alleine dafür 4 x Praxisgebühren anfallen.

Geändert von Sparitis (14.05.2009 um 04:19 Uhr).
Sparitis ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.05.2009, 06:56   #13 (permalink)
Gemeinde-Igelchen
 
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Ich habe in meiner Darstellung keineswegs die Probleme von manchen Patienten klein geredet, sie nur nicht benannt.

In meiner Familie gibt es 2 Dauerkrebspatientinnen. Beide in Rente, 1 Privatversichert und 1 Kassenpatientin. Die Privatversicherte ist leider in jüngeren Jahren der netten Beratung zum Geldsparen durch Privatversicherung gefolgt und hat nun im Alter das Problem, dass die Einnahmen sprich Rente, für die Krankenkassenkosten und Behandlungskosten nicht mehr ausreichen. Die Zuzahlung zur Therapie mir allen Begleiterscheinungen liegt in ihrem Fall zwischen 200 und 300 €. Was ein Kassenpatient dazuzahlt brauche ich hier nicht mehr an zu fügen. Also man sieht, unter jedem Dach ein Ach. Wie gehen wir damit um? Familie ist eben Familie in guten wie in schlechten Tagen.

Physio - mein Mann hatte einen schweren Unfall, Thema Fahrtkosten, Zuzahlung, Verdienstausfall durchaus am eigenen Leib erfahren. Ich kenne also das Thema nicht nur von Berufs wegen. Aber Gesundheit geht vor und Eigeninitiative eben auch. Und auch in diesem Fall hat die Familie zusammen gehalten. Und es ist halt, wie es ist.

Ich will hier keinem Menschen Vorschriften machen wie er/sie mit dem Thema um zu gehen hat, ich benenne hier nur wie wir damit umgehen. Und leider ist es halt so, wenn etwas ausufert kommt das böse Erwachen und erwischt uns Alle. Gerecht oder ungerecht - es ist halt einfach wie es ist.

Übrigens gibt es auch im Fall des Gesundheitswesens inzwischen so etwas wie "Überwachungsstaat". Die AOK Bayern hat auf ihrer Homepage eine Seite geschaffen, auf der man anonym Verschwendung und Missbrauch melden kann und freut sich über den Finanziellen Erfolg, den sie dadurch hat. Meine Stimmung schwankt von Bedenklich bis Traurig. Im Verhältnis dazu ist die Äußerung des Ärztefunktionärs zwar durchaus ärgerlich geradezu banal
herablau ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.05.2009, 16:04   #14 (permalink)
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Allgemein lässt sich sagen, daß man mit gesunder Lebensweise nicht zwangsläufig gesund bleibt.
Krankheiten entstehen halt, damit meine ich nicht den profanen grippalen Infekt oder eine einfache Magen-Darm-Infektionm, die man tatsächlich aussitzen oder mit Hausmitteln behandeln kann.
Was ist mit den Leuten, die aufgrund ihres Berufes krank werden (Gelenkschäden durch körperlich schwere Arbeit, Allergien durch den Umgang mit Chemikalien, oder auch psychische Krankheiten durch Mobbing).

Wie soll die arme Rentnerin, die durch 50 Jahre schwere Arbeit, Familienarbeit und "Altersschwäche" einige Krankheiten hat, die nicht als chronisch gelten, sich all das leisten können?
Manche müssen wöchentlich zur Blutabnahme, sollen sie dann jedesmal Geld bezahlen?
Gerade diese alten Menschen findet man besonders oft in Wartezimmern, aber warum?
Da treffen Alterskrankheiten auf Einsamkeit, denn nicht jeder ist in der glücklichen Lage, eine Familie zu haben, die ihn unterstützt.
Wenn dann ein altes Mütterlein zum Arzt geht, um wenigstens ein wenig Zuspruch und Aufmerksamkeit zu bekommen, kann man es ihr eigentlich nicht verdenken.

Das marode Gesundheittsystem durch noch mehr Zuzahlungen sanieren zu wollen, ist eindeutig der falsche Weg und trifft, wie so oft, die ärmsten und schwächsten Mitglieder der Gesellschaft.
Wie man das alles zum besten Wohl aller lösen kann, weiß ich nicht...ich weiß nur, daß solide soziale Netzwerke fehlen, bei den Alten, bei den Jungen, bei Allen.
quasimodo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.05.2009, 15:49   #15 (permalink)
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warum diskutiert niemand über die frage, was die versicherten tun können gegen unser gesundheitssystem? ich stelle ausdrücklich noch einmal meinen ergänzungs- und verbesserungswürdigen beitrag von vorgestern zur debatte.

Zitat:
Zitat von Lazarus Beitrag anzeigen
hallo, ihr lieben!

es ist ja gottlob so, daß es sich bei Hansen nur um einen ärztefunktionär handelt, der jetzt seine meinung hinaustrompetet. er will die einkünfte der ärzte erhöhen. wahrscheinlich will er gegenüber der ärzteschaft die existenzberechtigung der kassenärztlichen vereinigungen belegen, wo er als hoch besoldeter funktionär tätig ist.

wir bürger haben aber nach wie vor ein gesundheitssystem, das vor allen dingen viel zu viel kostet. wir bürger sind der politik in berlin ausgeliefert, die es nicht fertigbringt, daß die kosten des systems vermindert werden.

herr hansen irrt, wenn er die versicherten nur als kostenverursacher wahrnimmt. die versicherten haben doch vielmehr hauptsächlich die hohen kosten zu tragen.

um diese zu reduzieren, so daß bei uns in deutschland beitragssätze um die 7 % (wie in österreich z.b.) herauskommen, fallen mir auf anhieb folgende maßnahmen ein:
- abschaffung der gesetzlichen krankenkassen bis auf eine.
- einführung der positivliste, die schon seit vielen jahren im gespräch ist, aber noch nie wirklichkeit wurde. die krankenkasse bezahlt nur noch den niedrigsten preis für mehrere gleichartige medikamente.
- abschaffung der kassenärztlichen vereinigungen zugunsten eines direkten kontaktes zwischen gesetzlicher krankenkasse (nur noch eine, siehe oben) und dem arzt.
- schluß mit der zweckentfremdung der von den versicherten aufgebrachten beiträge durch verschwendung in "wettbewerbs"faxen (die aok zahlt z.b. den kurs "bauch, beine, po" bei der volkshochschule oder beim turnverein).
- sparsame verwaltung im bereich der gesetzlichen krankenkasse.
wer will, kann weitere punkte hinzusetzen. es gibt sicher noch weitere ideen, die man im interesse der versicherten einführen könnte.

Lazarus
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Alt 16.05.2009, 22:15   #16 (permalink)
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Zitat:
Zitat von herablau Beitrag anzeigen
Aber schaut mal die Hysterie im Moment wegen dieser Schweinegrippe an. Ich frage jetzt ganz einfach, wem nutzt denn vor allem die Medienkampagne? Oder die Kampagne hinsichtlich FSME mit gezielten Halbwahrheiten hinsichtlich der Verbreitung. Oder diese Gebärmutterhalsimpfung für Mädchen oder, oder, oder.

Was ist mit der Diabetes, die auf ungünstige Ernährung und Lebensgewohnheiten folgt.

Tut mir leid, aber das, was du da schreibst, ist so nicht richtig.

Solche Veröffentlichungen führen dazu, daß sogar geglaubt wird, was nicht stimmt.

Wie gesagt, macht es keine Freude, dir dies sagen zu müssen, aber es muß sein.

Man sollte zumindest den Namen einer Krankheit richtig schreiben, bevor man dazu übergeht, dieser Krankheit eine Ursache anzudichten.

Gruß Nordkap

Geändert von Nordkap (16.05.2009 um 23:14 Uhr).
Nordkap ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.05.2009, 08:17   #17 (permalink)
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Ich habe hier Beiträge gelesen, in denen das Pflichbewußtsein der Versicherten gegenüber der Krankenkassen hervorgehoben wurde. Stichwort: "gesunde Lebensführung"

Das sehe ich aber ganz anders. Zum einem schützt eine gesunde Lebensführung nur bedingt vor Krankheiten. Das ist Fakt.

Aber wie kann es sein, das der Versicherte ( er ist "Kunde" einer Versicherung) allein die finanziellen Risiken einer, für mich völlig indiskutablen Finanz- und Wirtschaftspolitik aller Kassen, tragen soll ?


@ Lazarus
Du hast vollkommen recht. Vor allem Schluß mit der Zweckentfremdung der Beiträge aller Versicherten. Wir brauchen nicht die Masse der Krankenkassen, zumal von dem vielzitierten Wettbewerb der Kassen nicht mehr viele Vorteile für die Versicherten bleiben.

Die Idee des Herrn Hansen hat doch nur ein Ziel. Die Patienten noch mehr vom Arztbesuch abhalten. Das allein ist den Kassen doch wichtig. Wo keine Ausgaben zu erwarten sind, weil viele es sich dann gar nicht mehr leisten können, einen Arzt aufzusuchen, werden die Gewinne ja höher.

Wenn man das ganze Szenario mal durchgeht, bleibt nur die Erkenntnis:
"Arme sterben früher".
crissi5353 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.05.2009, 11:19   #18 (permalink)
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Zitat:
Zitat von crissi5353 Beitrag anzeigen
Ich habe hier Beiträge gelesen, in denen das Pflichbewußtsein der Versicherten gegenüber der Krankenkassen hervorgehoben wurde. Stichwort: "gesunde Lebensführung"

Das sehe ich aber ganz anders. Zum einem schützt eine gesunde Lebensführung nur bedingt vor Krankheiten. Das ist Fakt.

Aber wie kann es sein, das der Versicherte ( er ist "Kunde" einer Versicherung) allein die finanziellen Risiken einer, für mich völlig indiskutablen Finanz- und Wirtschaftspolitik aller Kassen, tragen soll ?
hallo crissi5353,

ich finde es im prinzip bedenklich, wenn man den versicherten abverlangt, daß sie ein total gesundheitsbetontes leben führen sollen. irgendetwas riskantes macht nämlich jeder. der fußballamateuer z.b., der am sonntagnachmittag gegen den ball tritt, seines zeichens nichtraucher aus überzeugung, verhält sich zwar konform zu den grundsätzen der risikovermeidung was das rauchen anlangt, aber er riskiert jeden sonntag knöchelbruch, bänderriß usw.

es muß aber erlaubt sein, daß man den versicherten die alternativen vorhält: angeblich genußvolles eintauchen in den alkoholmißbrauch mit langjährigem siechtum in richtung exitus wegen leberzirrhose gegenüber der chance auf volle funktionsfähigkeit der leber bis ins hohe alter durch maßvollen gebrauch von alkohol. da sollte einem vernünftigen menschen die wahl doch nicht schwerfallen.

außerdem gibt es so viele möglichkeiten der förderung der eigenen gesundheit allein durch eine vernünftige lebensführung. viele versicherte leben aber, verdummt durch jahrzehntelangen fernsehgebrauch, in den tag hinein und huldigen der versichertenmentalität: "die versicherung zahlt's ja." maßnahmen, die nichts kosten, aber der eigenen gesundheit förderlich sind, werden unterlassen, weil nichts wert sein kann, was nichts kostet.

wenn du den begriff "kunde" in die diskussion einführst, möchte ich dir zu bedenken geben, daß es einen kunden nur dort geben kann, wo dieser eine alternative für seine "kauf"entscheidung hat. wo aber der versicherte einem monopol oder günstigstenfalls einem oligopol gegenübersteht, verbietet sich die verwendung des begriffs "kunde". diese redeweise wurde übrigens eingeführt unter dem einfluß des neoliberlismus, und ist nichts anderes als eine große lüge.

Lazarus
Lazarus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.05.2009, 11:19   #19 (permalink)
Uralter Gemeinde-Igel
 
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Kosten für die Kassen entstehen vorallem in Krankenhäusern und dort auch die nicht belegten Betten.
Das Krankenhaussterben der oft kleineren Kliniken hat schon begonnen.
Die Folgen spüren wir am Land täglich und haben von der Hightech-Medizin in entfernten Orten wenig, bezahlen dort aber kräftig mit.

Für kranke Menschen bezahle ich gerne eine gute Versorgung.
Mich stört aber, dass hauptsächlich an Personal gespart wird, aber uns (un)professionelles Management teure Fehler einbrockt, die dann selbverständlich umgelegt werden.
mfg Katjuscha
katjuscha0412 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.05.2009, 14:22   #20 (permalink)
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Zitat von Lazarus Beitrag anzeigen
hallo, ihr lieben!

es ist ja gottlob so, daß es sich bei Hansen nur um einen ärztefunktionär handelt, der jetzt seine meinung hinaustrompetet. er will die einkünfte der ärzte erhöhen. wahrscheinlich will er gegenüber der ärzteschaft die existenzberechtigung der kassenärztlichen vereinigungen belegen, wo er als hoch besoldeter funktionär tätig ist.

wir bürger haben aber nach wie vor ein gesundheitssystem, das vor allen dingen viel zu viel kostet. wir bürger sind der politik in berlin ausgeliefert, die es nicht fertigbringt, daß die kosten des systems vermindert werden.

herr hansen irrt, wenn er die versicherten nur als kostenverursacher wahrnimmt. die versicherten haben doch vielmehr hauptsächlich die hohen kosten zu tragen.

um diese zu reduzieren, so daß bei uns in deutschland beitragssätze um die 7 % (wie in österreich z.b.) herauskommen, fallen mir auf anhieb folgende maßnahmen ein:
- abschaffung der gesetzlichen krankenkassen bis auf eine.
- einführung der positivliste, die schon seit vielen jahren im gespräch ist, aber noch nie wirklichkeit wurde. die krankenkasse bezahlt nur noch den niedrigsten preis für mehrere gleichartige medikamente.
- abschaffung der kassenärztlichen vereinigungen zugunsten eines direkten kontaktes zwischen gesetzlicher krankenkasse (nur noch eine, siehe oben) und dem arzt.
- schluß mit der zweckentfremdung der von den versicherten aufgebrachten beiträge durch verschwendung in "wettbewerbs"faxen (die aok zahlt z.b. den kurs "bauch, beine, po" bei der volkshochschule oder beim turnverein).
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wer will, kann weitere punkte hinzusetzen. es gibt sicher noch weitere ideen, die man im interesse der versicherten einführen könnte.

Lazarus

So richtige kenne ich mich in diesem Bereich nicht aus, deshalb kann ich mich nicht zu allem äußern.
Was ich mich aber auch frage: Warum brauchen wir noch so viele Krankenkassen mit ihrem ganzen Verwaltungsapperat???? Durch die neue Gesundheitsreform mit der Einheitspauschale wäre es doch sinnvoll EINE Krankenkasse zu initialisieren. Diese hätte dann in jeder größeren Stadt EIN Bürogebäude. Dies würde m.M. enorm Kosten einsparen: Nur noch ein Bürogebäude und nicht zig, wie in manchen Städten, nur noch EIN Verwaltungsapperat, etc. Eine einzige Kasse für alle würde auch nicht zwangsläufig bedeuten, dass die Mitarbeiter aus den KKn entlassen würden - die meisten braucht man jetzt und wird sie dann auch in einer Einheitskasse brauchen.
Weiterhin denke ich, dass mein o.a. Punkt mit den Medikamenten extrem wichtig ist. Hier sollte die Regierung bei der freien Presigestaltung der Pharmaindustrie einen Riegel vorschieben. Es kann doch nicht sein, dass sich hier auf Kosten der Beitragszahler eine goldene Nase verdient wird und das Geld dann für wichtige Behandlungen nicht mehr da ist, bzw. eingespart wird.

Und dann denke ich noch, dass man das marode Gesundheitssysthem nicht durch noch mehr Zuzahlungen der Beitragszahler sanieren kann. Hier beißt sich die Schlange in den Schwanz: Die Leute gehen nicht mehr zum Arzt, weil sie es sich nicht mehr leisten können, doktoren alleine zu Hause an ihren Erkrankungen herum und wenn es dann schlimmer wird, müssen sie doch zum Arzt und dann wird es m.U. viel teurer, als eine Anfangsbehandlung. Als Beispiel möchte ich mal die Hautkrebsuntersuchung anführen. Die wurde ja mal regelmäßig bezahlt bis man diesen Kostenfaktor einegspart hat. Wenn man sich jetzt diese Untersuchung nicht mehr leisten kann und Hautkrebs bekommt, ist die Behandlung um einiges teurer, als ein präventiver Artztbesuch. Vielleicht sollte man eine regelmäßige (jährliche) kostenlose Kontrolluntersuchung für alle einführen (wie es auch bei der Zahnbehandlung ist). Nimmt man nicht regelmäßig daran teil, bekommt man im Falle eines Falles nur eine Grundbehandlung....

Wie so oft habe ich mal wieder den Gedanken, dass nur vom 01.01. bis 31.12. gedacht wird. Um alles was danach kommt, kann man sich ja dann kümmern....oder andere......

Lieben Gruß
Stern
stern68 ist offline   Mit Zitat antworten
Ungelesen 19.05.2009, 14:22   #1 (permalink)
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