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Alt 09.01.2009, 18:30   #1 (permalink)
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Bevor ich mich hier noch grün ärgere, möchte ich das Thema mal hier zur Diskusion stellen.
Die HSH Nordbank hatte wegen der Finanzkriese und den daraus resultierenden finanziellen Problemen aus dem Rettungsfonds des Bundes eine Absicherung in Höhe von 30 Milliarden Euro erhalten (http://kn-online.de/microsites/weite.../?em_cnt=69438). Nun will die Bank aber 70 Millionen Euro an institutionelle Anleger ausschütten (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,600013,00.html).
Ich frage mich, wie man das verantworten kann? Die 30 Mrd. Euro sind doch (z.T.???) Steuergelder - also Geld von uns. Ich kann ja noch verstehen, dass mein Geld dazu verwand wird, eine Bank zu retten, aber ich will doch keine Investeoren bezahlen... Wenn die Bank so viel Geld übrig hat, dann hätte sie doch zum einen keine staatliche Hilfen in Anspruch nehmen müssen - oder weniger. Wenn ich jemandem noch teure Geschenke machen kann, kann es mir doch nicht so schlecht gehen.....

Bin mal auf Eure Meinungen gespannt...

Lieben Gruß
Stern
stern68 ist offline   Mit Zitat antworten
Ungelesen 09.01.2009, 18:30   #1 (permalink)
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Alt 09.01.2009, 19:26   #2 (permalink)
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Tja, du wirst nicht nur Investoren, sondern auch die Manager, die solche Sachen anleiern, mit deinen Steuergeldern fürstlich bezahlen.

Wenn der kleine Handwerkerbetrieb dichtmachen muss, weil öffentliche Stellen ihre Rechnungen nicht bezahlen, gibt es keine Rettungsaktionen vom Staat, denn da sind ein paar Arbeitslose kein weiteres Übel und ein paar Tausend Euro werden eingespart.

Man muss eben klotzen, nicht kleckern. Statt ein paar Tausendern muss man eben die Milliarden gleich in mehreren Dutzend anfordern und schon ist das alles kein Problem mehr...
schotte_6149 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.02.2009, 20:55   #3 (permalink)
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Zitat:
Wie entsteht eine "Risikoanleihe"?

Mandy besitzt eine Bar in Kreuzberg. Um den Umsatz zu steigern, beschliesst sie, die Getränke der Stammkundschaft (hauptsächlich alkoholkranke Hartz-IV-Empfänger) auf den Deckel zu nehmen, ihnen also Kredit zu gewähren. Das spricht sich in Kreuzberg schnell herum und immer mehr Kundschaft desselben Segments drängt sich in Mandys Bar. Da die Kunden sich um die Bezahlung keine Sorgen machen müssen, erhöht Mandy sukzessive die Preise für den Alkohol und erhöht damit auch massiv ihren Umsatz.

Der junge und dynamische Kundenberater der lokalen Bank bemerkt Mandys Erfolg und bietet ihr zur Liquiditätssicherung eine unbegrenzte Kreditlinie an. Um die Deckung macht er sich keinerlei Sorgen, er hat ja die Schulden der Trinker als Deckung. Zur Refinanzierung transformieren top ausgebildete Investmentbanker die Bierdeckel in verbriefte Schuldverschreibungen mit den Bezeichnungen SUFFBOND®, ALKBOND® und KOTZBOND®. Diese Papiere laufen unter der modernen Bezeichnung SPA Super Prima Anleihen und werden bei einer usbekischen Online-Versicherung per Email abgesichert. Daraufhin werden sie von mehreren Rating-Agenturen (gegen lebenslanges Freibier in Mandys Bar) mit ausgezeichneten Bewertungen versehen. Niemand versteht zwar, was die Abkürzungen dieser Produkte bedeuten oder was genau diese Papiere beinhalten, aber dank steigender Kurse und hoher Renditen werden diese Konstrukte ein Renner für institutionelle Investoren.

Vorstände und Investmentspezialisten der Bank erhalten Boni im dreistelligen Millionenbereich.

Eines Tages, obwohl die Kurse immer noch steigen, stellt ein Risk Manager (der inzwischen wegen seiner negativen Grundeinstellung selbstverständlich entlassen wurde) fest, dass es an der Zeit sei, die ältesten Deckel von Mandys Kunden langsam fällig zu stellen. Überraschenderweise können weder die ersten noch die nächsten Hartz-IV-Empfänger ihre Schulden, von denen viele inzwischen ein Vielfaches ihres Jahreseinkommens betragen, bezahlen. Solange man auch nachforscht, es kommen so gut wie keine Tilgungen ins Haus. Mandy macht Konkurs.

SUFFBOND® und ALKBOND® verlieren 95%, KOTZBOND® hält sich besser und stabilisiert sich bei einem Kurswert von 20%.

Die Lieferanten hatten Mandy extrem lange Zahlungsfristen gewährt und zudem selbst in die Super Prima Anleihen investiert. Der Wein- und der Schnapslieferant gehen Konkurs, der Bierlieferant wird dank massiver staatlicher Zuschüsse von einer ausländischen Investorengruppe übernommen. Die Bank wird durch Steuergelder gerettet. Der Bankvorstand verzichtet für das abgelaufene Geschäftsjahr auf den Bonus.

In diesem Sinne : Prost! ? ?

Disclaimer: Dies ist ein völlig aus der Luft gegriffenes Beispiel. Ähnlichkeiten mit eventuell wahren Gegebenheiten oder Personen sind zufällig und keineswegs beabsichtigt.
Quelle: Habe ich leider keine, da ich das per Mail bekam. Wenn man danach googlet ist der Text schon sehr oft im Netz zu finden.

Finde das schon mal sehr anschaulich erklärt, was passiert ist
masls ist offline   Mit Zitat antworten
Ungelesen 05.02.2009, 20:55   #1 (permalink)
Mister Ad.
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