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Alt 23.01.2013, 08:52   #51 (permalink)
Uralter Gemeinde-Igel
 
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Wenn es lt. Stift schon allein beim Beitragsservice/Gebühreneinzug einen aufgeblasenen Verwaltungsapparat gibt und gab, dem man "die Luft rauslassen sollte", dann mal los!
Aber bevor man dann überhaupt einen großen Eiertanz macht, könnte man gleich von den Steuereinnahmen ein gewisses Budget fest den Öffentlichen-Rechtlichen zuordnen (ohne Einfluss der Politik, Fixbetrag mit Inflationsausgleichserhöhung pro Jahr). Das würde den ganzen Beitragsservice die Luft soweit rauslassen nämlich auf 0 Personen. Die Anstalten brauchen dann lediglich einmalig jemanden, der paar Sekunde die Bankverbindung an Vater Staat übermittelt.

Dann fällt auch der ganze Irrsinn weg, die Lastschriften, Einmalzahlungen, Haushalts-Ab- und Anmeldungen zu verwalten, Kosten für Porto Zahlungsaufforderungen/-erinnerungen/Beitragsfestsetzungen/Informationsschreiben Umstellungen bzw. Beitragserhöhungen bzw. sonstige Änderungen, und und und.

Das wäre auch tausend mal besser, als wenn bei sämtlichen besonderen Personengruppen noch groß herumrechnen muss, die Leistungen erhöhen, die entsprechenden Gesetze entsprechen abändern und dann neue Leistungsbescheide erlassen und die Überweisungsbeträge auch noch abändern müßte. Wahrscheinlich gäbe es auch noch bei Erhöhungen komplizierte Wechselwirkungen bei Anrechnungen auf sonstige Leistungen, auf die dann wiederum lt. manchen Vorschriften die geänderten Leistungen pauschal angerechnet werden müssen.
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Ungelesen 23.01.2013, 08:52   #1 (permalink)
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Alt 23.01.2013, 10:04   #52 (permalink)
Uralter Gemeinde-Igel
 
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Zusammenfassung:

Das bisherige System hat für viel Geld viel produziert. Doch da sich in den letzten fast 70 Jahren nicht nur die Gesellschaft, Informationstechnik und rechtliche Situation (z.B. Private Sender wurden zugelassen) komplett geändert hat, ist es auch an der Zeit, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu reformieren.

1. Zur Vermeidung von riesigen Verwaltungskosten:
Finanzierung durch Steuereinnahmen
2. Zur Vermeidung von riesigen Verwaltungskosten II:
Nur noch eine Anstalt
3. Zur Vermeidung von doppelten, dreifachen und multiplen Kosten:
Nur noch ein Sender - und schon gar keine Konkurrenz der öffentlich-rechtlichen Sender gleichzeitig.
4. Zur Vermeidung von Wettbewerbsverzerrungen:
Keine Unterhaltungssendungen, Sport, etc. mehr. Wenn es nachgefragt wird, dann werden diese Sachen so oder so angeboten, dazu braucht man nicht noch Unsummen an öffentlichen Geldern.
5. Aufnahme von ständigem Controlling und täglichen, mittel- und langfristigen Verbesserungszielen fest in der "Anstaltsordnung"



Mir ist schon klar, dass viele ihre Komfort-Zone bewahren wollen und deshalb gerne bereit sind, auch total überdimensionierte Beträge zu bezahlen. Kein Thema - versteh ich gut! Vor allem, wenn aufgrund der seltsamen Koppelung an "Haushalte"

(Anmerkung zu dem Kriterium "Haushalt": hat wahrscheinlich nur ein Grund: beitragstechnisch schien es einfacher, aber im Grunde eine in der Wirklichkeit nicht so einfach zu überprüfendes Kriterium, "wer mit wem" tatsächlich eine Haushaltsgemeinschaft bildet - und darüber hinaus eine völlig unlogische Ermäßigung für "Nicht-Alleinlebende"),

der Beitrag pro Kopf in manchen Haushalten unter 17 Euro beträgt, haben manche natürlich noch weniger Antrieb, mal irgendetwas zu ändern.
Aber das muss noch lange nicht heißen, weil sich viele an etwas nach im Laufe der Jahrzehnte gewöhnt haben, dass es keinen gewaltigen Reformbedarf gibt.

Als bestes Beispiel für den Reformbedarf - und ich bin jetzt wirklich nicht jemand, der das ZDF an sich nicht leiden konnte - dient ironischerweise das, was Herr Bellut in der ZDF-eigenen (!) Sendung geäußert hat:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanal...ihr-Geld-wert?

Herr Bellut, gerade als Intendant (!) in der Materie seit Jahren drin ist und aufgrund seiner Sachkenntnis am besten informiert, wartete mit den schwächsten und unlogischsten Rechtfertigungen auf, die ich je in dem Zusammenhang gehört habe. Das heißt konkret: wenn nicht mal mehr dem Intendanten des ZDFs, der es ja wissen müßte, keine gescheite Begründung einfällt, ausser dass man enorm viel Geld für Triviales verpulvert, nur damit man Zuschauer zum Sender lockt, also das sagt doch alles. Z.B. dass das Geld für Unterhaltungs-TV der Öffentlichen besser in die Schulbildung fließt, als in die Hoffnung, dass dann jemand nach einem Champions League Spiel danach noch Guido Knopp "Die Ursachen für die Entstehung des Bolschewismus" anschaut (und es nach 4 Bier und 6 Monaten auch noch weiß ... ).



PS:
Noch eine kleine Anmerkung zu Herrn Bellut:
Er wollte allen Ernstes in der Maybrit Illner-Sendung auch noch mit dem hinkensten Vergleich aller Zeiten erläutern, dass ARD und ZDF den privaten Sendern nicht schaden: er führte dazu an, dass es privaten amerikanischen Sendern (wo es kein staatliches Fernsehen gibt) wirtschaftlich nicht gerade gut gehe, deutschen privaten Sender aber schon. Nur: daraus kann man gar nichts ableiten! Das hat eher etwas mit der Wirtschaft an sich zu tun, Stichwort: Wettbewerb und Auftragslage. Wenn die Wirtschaft den Bach runter geht und die Werbeeinnahmen sinken, dazu auch noch viele Sender auf den Markt drängen, dann haben Sender einfach Probleme.

Auch sonstige Äußerungen waren unterirdisch:
http://www.geizkragen.com/forum/aktu...ml#post1477413


So schwach er bei den grundsätzlichen Fragen antwortete, um so stärker war er dann bei Detailfragen zu unwichtigen Nebensächlichkeiten. Das muss man ihm lassen. Die Gottschalk-Brüder haben sich halt dank des schlechten Verhandlungsgeschicks der Öffentlich-Rechtlichen dumm und dümmer verdient, geschenkt. Er hat ja gesagt, dass das nicht wieder vorkommt und dass das nochmal genauer geprüft mit Schleichwerbung etc. Geschenkt. Er wußte ja auch, was in der Runde offen genannt wurde, und dem er nicht widersprach: die Gottschalk-Brüder haben sich ordentlich die Taschen vollgemacht. Aber das ist ja nicht das Hauptproblem, die ganzen Einzelfälle mit Schleichwerbung beim Fernsehgarten und bei Wetten dass, die Betrugsfälle bei KiKa, etc. - sondern das sind, wenn auch unschöne Nebensächlichkeiten, wenn das Wesentliche schon total daneben ist.
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Alt 23.01.2013, 18:10   #53 (permalink)
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Zitat:
Zitat von xiong Beitrag anzeigen
1. Zur Vermeidung von riesigen Verwaltungskosten:
Finanzierung durch Steuereinnahmen
und welche Steuer soll das sein und wie soll die erhoben werden? Denn egal wie das passiert, es gibt dann auch wieder jemand, der sich benachteiligt fühlt.

Zitat:
2. Zur Vermeidung von riesigen Verwaltungskosten II:
Nur noch eine Anstalt
Da drüber kann man reden.


Zitat:
3. Zur Vermeidung von doppelten, dreifachen und multiplen Kosten:
Nur noch ein Sender - und schon gar keine Konkurrenz der öffentlich-rechtlichen Sender gleichzeitig.
Da bin ich dagegen. Ein Sender deckt sicherlich nicht alles ab, was ich sehen möchte (sei es, weil es regional ist oder Sparte). Auch hier werden viele dagegen sein.

Zitat:
4. Zur Vermeidung von Wettbewerbsverzerrungen:
Keine Unterhaltungssendungen, Sport, etc. mehr. Wenn es nachgefragt wird, dann werden diese Sachen so oder so angeboten, dazu braucht man nicht noch Unsummen an öffentlichen Geldern.
Das ist dein Standpunkt. Ich freue mich, dass im öffentlich rechtlichen Sport gezeigt wird. Ansonsten kommen amerikanische Verhältnisse raus, dass es fast nur noch PayTV gibt. Und ich behaupte, dass das zum Schluss teurer ist als jetzt. Und wer zahlt das gerne? Sieht man ja schon an Sky, dass die sogar mit einem Exklusivangebot sehr große Probleme haben, genug Abonennten zu bekommen um zu überleben.

Zitat:
5. Aufnahme von ständigem Controlling und täglichen, mittel- und langfristigen Verbesserungszielen fest in der "Anstaltsordnung"
Da spricht sicherlich nichts dagegen.... wer bezahlt das Controlling und wer überwacht es? Und wer bezahlt die Überwacher?

Zitat:
Mir ist schon klar, dass viele ihre Komfort-Zone bewahren wollen und deshalb gerne bereit sind, auch total überdimensionierte Beträge zu bezahlen.
Definiere "überdimensioniert". Du sagst, dass 6 Euro ok sind. Der nächste findet das noch viel zu viel. Man wird also nie alle zufrieden stellen können, egal wieviel es kostet.
masls ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.01.2013, 03:41   #54 (permalink)
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Zitat:
Zitat von masls Beitrag anzeigen
und welche Steuer soll das sein und wie soll die erhoben werden?
Die gesamten Steuereinnahmen des Bundes fließen zusammen. Aus diesem Steuertopf soll das Geld fließen. Dann wird bestimmt gejammert (vom Bund nämlich, unter dem Motto "wer soll das alles bezahlen"), weil ja der Bund hinten und vorne Geld braucht. Dann setzt man halt die Pläne für den Ausgleich der kalten Progression bei der Einkommensteuer erst ein Jahr später um. Durch fließt folglich jedes Jahr mehr Geld dem Bund zu, als ihm eigentlich zugeflossen wäre. Von mir aus passt man auch die Umsatzsteuerausnahmen und ermäßigten Steuersätze zumindest mal ausdünnen bzw. erhöhen.


Zitat:
Zitat von masls Beitrag anzeigen
Denn egal wie das passiert, es gibt dann auch wieder jemand, der sich benachteiligt fühlt.
Nur mal ein Beispiel, obwohl diese Thematik mit "benachteiligt fühlen" nicht zielführend sein kann (s. die eigentlich Erläuterung nach dem Beispiel): Selbst als man die Umsatzsteuer um sage und schreibe gleich 3% Punkte erhöht hat, was ja massiv war, da hat sich schon niemand beschwert.
"Benachteiligt fühlen" kann ja nicht ein Kriterium sein. Wäre ja auch nicht sinnvoll, da sich dann nie etwas ändern ließe - aber auch nichts beibehalten.



Zitat:
Zitat von masls Beitrag anzeigen
Da drüber kann man reden.
Finde ich gut, dass man zumindest mal über manche Dinge reden kann. Welche Schlüsse man dann am Ende tatsächlich zieht, steht ja auf einem ganz anderen Blatt.




Zitat:
Zitat von masls Beitrag anzeigen
Da bin ich dagegen.
Jeder wie er mag.

Zitat:
Zitat von masls Beitrag anzeigen
Ein Sender deckt sicherlich nicht alles ab, was ich sehen möchte (sei es, weil es regional ist oder Sparte).
Woher weißt du das, das ein Sender das nicht leisten kann? Ein Sender kann ja gerade die regionalen Angebote und Sparten-Angebote durchaus ins Netz stellen - gerade diese Angebote sollten nicht gegen Konkurrenz laufen, die auch noch Zuschauer zusätzlich abziehen.



Zitat:
Zitat von masls Beitrag anzeigen
Das ist dein Standpunkt.
Erstens nicht nur meiner und zweitens: was soll der Gegenstandpunkt bitte schön sein? Dass man extrem teuere öffentliche-rechtliche Institutionen dafür einsetzt und Milliarden als Handgeld gibt, damit sie sie für Sport ausgeben können? Und für welchen Zweck? Um die Zuschauer zu bespassen?

Zitat:
Zitat von masls Beitrag anzeigen
Ich freue mich, dass im öffentlich rechtlichen Sport gezeigt wird.
Und wenn Sport auf den pPrivaten läuft, freut dich der Sport nicht?

Zitat:
Zitat von masls Beitrag anzeigen
Ansonsten kommen amerikanische Verhältnisse raus, dass es fast nur noch PayTV gibt.
Steile These! Kann sein, muss aber nicht sein. Und wenn schon? Sind die Amerikaner jetzt "freudloser"?

Zitat:
Zitat von masls Beitrag anzeigen
Und ich behaupte, dass das zum Schluss teurer ist als jetzt.
Ist reine Spekulation (die aber aufgrund von Inflation wahrscheinlich so oder so immer zutreffen würde). Eine Frage wäre aber, ob es (mal inflationsbereinigt) unterm Strich teurer werden würde insgesamt oder eher für die Sportinteressierten, die dann nicht von allen anderen mehr mitfinanziert werden würden. Fakt ist, dass die Sportrechte schon allein durch das gegenseitige Überbieten in utopische Höhen geschossen sind. Diese höheren Kosten werden natürlich auf den Verbraucher umgelegt, das ist klar. Ein Unternehmen oder eine Anstalt hat ja nicht eine Gelddruckmaschine zum Anwerfen im Keller. Wenn ARD und ZDF die Preise nicht in die Höhe treiben, dann muss nicht unbedingt sein, dass Sport dann unterm Strich teurer wird. Ausserdem: bisher gab es auch viele Sportereignisse jenseits der Öffentlich-Rechtlichen im normalen privaten TV, warum sollte Sport komplett ins Pay-TV abgezogen werden, wo Werbespots im freien TV meistens genügend Geld einbringen.

Zitat:
Zitat von masls Beitrag anzeigen
Und wer zahlt das gerne?
Wenn niemand bereit ist, dafür gerne zu zahlen, dann kann es auch beim besten Willen nicht wichtig sein.

Zitat:
Zitat von masls Beitrag anzeigen
Sieht man ja schon an Sky, dass die sogar mit einem Exklusivangebot sehr große Probleme haben, genug Abonennten zu bekommen um zu überleben.
Dann braucht man Pay-TV auch nicht als Gefahr ansehen, wie wollen die dann die teuren Rechte überhaupt gegenfinanzieren!


Hm, Sport, schön und gut, aber das eigentliche Thema sind Öffentlich-Rechtlichen an sich. Die haben wichtige Aufgaben zu erfüllen, in Anbetracht derer Sport schlicht und ergreifend unwichtig ist. Der Intendant des Zweiten Deutschen Fernsehens, Thomas Bellut, wurde in der Sendung von Maybrit Illner auch darauf angesprochen. Überraschend war da, dass er verlauten ließ, dass Sport sozusagen als Werbemaßnahme für den Sender dient. Er hat gar nicht mal mehr versucht, da was zu beschönigen.


Zitat:
Zitat von masls Beitrag anzeigen
Da spricht sicherlich nichts dagegen.... wer bezahlt das Controlling und wer überwacht es? Und wer bezahlt die Überwacher?.
Gegenfrage: wer hat bisher das Controlling, die Überprüfungen der Anstalten, etc. bezahlt? Genau dieses Geld kann ja schon mal verwendet werden.
Außerdem: wenn dann die reformierten Ö.-R. nur noch 1/3 des Geldes verbraten, dann ist der finanzielle Spielraum groß genug für die Bezahlung von Prüfern.


Zitat:
Zitat von masls Beitrag anzeigen
Definiere "überdimensioniert".
Überdimensioniert = wenn insgesamt eine Summe von 9 Mrd. herauskommt.

Zitat:
Zitat von masls Beitrag anzeigen
Du sagst, dass 6 Euro ok sind.
Ich würde auch 40 Euro bezahlen, monatlich. Wenn dafür die Öffentlich-Rechtlichen nur noch die Grundversorgung mit Informationen vornehmen würden.

Zitat:
Zitat von masls Beitrag anzeigen
Der nächste findet das noch viel zu viel.
Stop: Schon klar, dass manche sagen, 6 Euro ist noch viel zu viel. Aber selbst die wären froh, wenn erstmal alles Mögliche getan wird, die Ausgaben von 9 Mrd. abzusenken.

Zitat:
Zitat von masls Beitrag anzeigen
Man wird also nie alle zufrieden stellen können, egal wieviel es kostet.
Geht es darum, alle immer zufrieden zu stellen, oder geht es darum, überhaupt mal den Beitrag bzw. die Ausgaben abzusenken? Wer im Moment sagt, dass man die Ausgaben nicht senken kann, hat es ja noch nicht einmal versucht. Ich hab aber bis jetzt noch bei keiner Organisation festgestellt, dass man nicht hätte Ausgaben senken können. Die Öffentlich-Rechtlichen wären die ersten, wo nichts ginge. Als ich im privaten Kreise vor ein paar Tagen den Spruch gebracht hatte, dass die Öffentlich-Rechtlichen so auf ihre Kernaufgaben reduziert und so schlank aufgestellt sind, dass man sie gar nicht reformieren müßte heutzutage, mußten alle, auf wirklich alle (selbst die Gruppe der an Tagesschau- und heute-Seher) intuitiv und herzlich lachen. Anders ausgedrückt: wieso kommt man in anderen Ländern, z.B. in den USA sehr gut komplett ohne Öffentlich-Rechtlichen seit Jahrzehnten zurecht? Und wieso bin kommt man ohne TV allein mit Zeitungen ohne Probleme zurecht, obwohl es bei den Zeitungen gar keine Öffentlich-Rechtlichen Blätter gibt?

Im Moment, glaube ich, ist es kein Fehler, wenn mal ganz unvoreingenommen und tabulos das öffentlich-rechtliche System neu überdenkt und bespricht. Warum auch nicht bzw. es ist meistens gar nicht tragisch, wenn man sich an eine heilige Kuh wagt. Die heilige Kuh "Wehrpflicht" hat man ja auch ohne mit der Wimper zu zucken abgeschafft, obwohl diese Pflicht eine Grundüberlegung bei Gestaltung der BRD in diesem Bereich war. Und wer kräht jetzt noch danach!
xiong ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.01.2013, 17:51   #55 (permalink)
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Zitat:
Zitat von xiong Beitrag anzeigen
Die gesamten Steuereinnahmen des Bundes fließen zusammen. Aus diesem Steuertopf soll das Geld fließen. Dann wird bestimmt gejammert (vom Bund nämlich, unter dem Motto "wer soll das alles bezahlen"), weil ja der Bund hinten und vorne Geld braucht.
Nein. Steuern sind zweckgebunden, d.h. der Bund darf erstmal das Geld nur für das einsetzen, wofür eine Steuer erhoben wurde. Er darf nicht von den Steuereinnahmen einfach Geld nehmen und für etwas anderes ausgeben.
Wenn hier jemand dagegen klagt, hat das Konzept schon keine Chance mehr.

Zitat:
Nur mal ein Beispiel, obwohl diese Thematik mit "benachteiligt fühlen" nicht zielführend sein kann (s. die eigentlich Erläuterung nach dem Beispiel): Selbst als man die Umsatzsteuer um sage und schreibe gleich 3% Punkte erhöht hat, was ja massiv war, da hat sich schon niemand beschwert.
Das hat erstmal auch jeden betroffen und jeder hat es selber im Griff zu sehen, wieviel Umsatzsteuer er zahlt (indem man weniger oder mehr konsumiert). Auch wurde es gut vermarktet und verkauft.

Zitat:
Woher weißt du das, das ein Sender das nicht leisten kann? Ein Sender kann ja gerade die regionalen Angebote und Sparten-Angebote durchaus ins Netz stellen - gerade diese Angebote sollten nicht gegen Konkurrenz laufen, die auch noch Zuschauer zusätzlich abziehen.
Ins Netz stellen? Ich möchte am TV Fernsehen und ich kenne wenige Ü30, die bereit sind am Rechner fern zu sehen.
Und ein Sender hat nur 24 Stunden Sendezeit am Tag. Und abends zwischen 19 Uhr und 22 Uhr sieht ein Großteil der Bevölkerung fern. Wie sollen hier gleichzeitig alle bedient werden?

Zitat:
Und wenn Sport auf den pPrivaten läuft, freut dich der Sport nicht?
Natürlich. Aber die privaten Sender senden nur das, wo sie auch durch Werbezeit wieder genügend Geld reinbekommen, dass sie kostendeckend arbeiten. Deshalb werden dort nur die massentauglichen Sportarten angeboten.

Eurosport hat auch noch ein paar Sportarten, aber für Eurosport 2 muss man schon zahlen.

Die großen privaten Sender überlegen immer mal wieder, ob sie nicht verschlüsselt senden sollen. Die HD Programme kommen jetzt schon nur verschlüsselt. Wenn das Konkurrenzangebot der öffentlich rechtlichen Sender wegfällt, ist es für die privaten noch einfacher zu sagen, dass sie verschlüsselt senden.... denn sie haben dann keine Konkurrenz mehr. Gibt ja nur 2 (RTL Gruppe und ProSieben-SAT1), die sind sich schnell einig.

Zitat:
Hm, Sport, schön und gut, aber das eigentliche Thema sind Öffentlich-Rechtlichen an sich. Die haben wichtige Aufgaben zu erfüllen, in Anbetracht derer Sport schlicht und ergreifend unwichtig ist.
Sport war nur ein Beispiel. Die Neuaustrahlungen von Kinofilmen sind aktuell zum größten Teil schon bei den privaten Sendern, weil diese hier mehr bezahlt haben.

Zitat:
Überdimensioniert = wenn insgesamt eine Summe von 9 Mrd. herauskommt.
Was wäre, wenn hier eine Summe von 7 Mrd steht? Die Summe ab der es überdimensioniert ist, ist doch völlig aus der Luft gegriffen.

Zitat:
Ich würde auch 40 Euro bezahlen, monatlich. Wenn dafür die Öffentlich-Rechtlichen nur noch die Grundversorgung mit Informationen vornehmen würden.
Jetzt widersprichst du dir aber selber. Informationen bekommst du über die öffentlich rechtlichen Sender zu Genüge + Filme + Sport + Dokus usw. und dafür bist du nicht bereit knapp 18 Euro zu zahlen? Aber für einen Sender wie NTV oder N24 dann 40 im Monat?


Zitat:
Geht es darum, alle immer zufrieden zu stellen, oder geht es darum, überhaupt mal den Beitrag bzw. die Ausgaben abzusenken? Wer im Moment sagt, dass man die Ausgaben nicht senken kann, hat es ja noch nicht einmal versucht. Ich hab aber bis jetzt noch bei keiner Organisation festgestellt, dass man nicht hätte Ausgaben senken können. Die Öffentlich-Rechtlichen wären die ersten, wo nichts ginge.
Vielen ist gar nicht bewusst, was die Parolen (Weg mit GEZ, etc.) überhaupt für Auswirkungen haben können, hauptsache man muss erstmal weniger zahlen. Erstmal sollte man sich überlegen, was für Auswirkungen das haben kann, dann sollte man handeln.

Dass die Sender selber sparsam arbeiten sollen, da stimme ich dir zu. Es kommt nun nur darauf an, was gespart werden soll und dort werden unsere Meinungen wahrscheinlich wieder auseinander gehen

Zitat:
Anders ausgedrückt: wieso kommt man in anderen Ländern, z.B. in den USA sehr gut komplett ohne Öffentlich-Rechtlichen seit Jahrzehnten zurecht?
Kommt man da wirklich gut zurecht oder ist es da halt mal so und die Leute kennen es nicht anders?
Böswillige Leute könnten auch behaupten: Kein Wunder, dass US-Bürger nur ihre eigene Welt kennen, weil kein Sender dort Bildung vermittelt.

Zitat:
Und wieso bin kommt man ohne TV allein mit Zeitungen ohne Probleme zurecht, obwohl es bei den Zeitungen gar keine Öffentlich-Rechtlichen Blätter gibt?
Eine Zeitung ist was anderes als ein TV Sender.
masls ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.01.2013, 19:46   #56 (permalink)
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Zitat von masls Beitrag anzeigen
Nein. Steuern sind zweckgebunden
Hi masls, sorry, da verwechselst du etwas total. Da muss man sehr aufpassen, weil sich das Wesen von Steuern fundamental von dem der Gebühren unterscheidet, genauso wie Beiträge etwas ganz anderes sind wie Steuern oder Gebühren. Aber Vorsicht: manchmal werden in konkreten Namen die Fachbegriffe sogar ganz falsch verwendet, z.B. bis letztes Jahr das Wort in "Gebühr" in Rundfunkgebühren. Die Rundfunkgebühren waren fachlich korrekt bezeichnet Rundfunkbeiträge!

Zitat:
Zitat von masls Beitrag anzeigen
, d.h. der Bund darf erstmal das Geld nur für das einsetzen, wofür eine Steuer erhoben wurde.
zwar logisch von deiner Annahme weitergedacht, aber deshalb gerade total falsch.

Zitat:
Zitat von masls Beitrag anzeigen
Wenn hier jemand dagegen klagt, hat das Konzept schon keine Chance mehr.
Zum Glück ist das nicht so, weil das Modell gar nicht so blöd ist. Wo doch auch einige der sogenannten Fachleute oder Experten das Steuermodell immer mal wieder als Option zumindest erwähnt und manche sogar vorgeschlagen hatten.


Bei allem anderen auch, das du schreibst, ist die Botschaft ebenfalls rübergekommen: z.B. mit deiner TV-Argumentation, dass jeder lieber in den TV schaut als in den Computer-Monitor. Dann nimmt man halt nen internetfähigen TV oder rüstet auf. Ist ja schon gut, ich hab es verstanden! Du willst keine Reform der Öffentlich-Rechtlichen nicht, ist ok, damit hab ich kein Problem! Aber die "Reformwilligen" haben vielleicht in einigen Kritik-Punkten durchaus recht - wie damals bei der Kritik wegen der Atommülllagerung. Komischerweise wollte man unbedingt Atomkraft, aber niemand will jetzt in der Nähe von Asse oder von einem End- oder momentan Zwischenlager leben. Ehrlich gesagt, ich auch nicht. Ich möchte es aber auch niemandem zumuten, deshalb habe ich schon seit Urzeiten kein Atomstrom mehr im Haus.

Geändert von xiong (24.01.2013 um 20:17 Uhr).
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Alt 24.01.2013, 20:56   #57 (permalink)
Alter Gemeinde-Igel
 
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Zitat:
Zitat von masls Beitrag anzeigen
Kommt man da wirklich gut zurecht oder ist es da halt mal so und die Leute kennen es nicht anders?
Böswillige Leute könnten auch behaupten: Kein Wunder, dass US-Bürger nur ihre eigene Welt kennen, weil kein Sender dort Bildung vermittelt.
Da gab es mal eine wirklich tolle Stude, dass die Leute, die überhaupt keine Nachrichten gesehen haben, besser informiert waren, als die, die nur Fox News gesehen haben.
http://www.sueddeutsche.de/medien/us...mmer-1.1222224
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Alt 24.01.2013, 21:40   #58 (permalink)
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Zitat von Alien011 Beitrag anzeigen
Da gab es mal eine wirklich tolle Stude, dass die Leute, die überhaupt keine Nachrichten gesehen haben, besser informiert waren, als die, die nur Fox News gesehen haben.
http://www.sueddeutsche.de/medien/us...mmer-1.1222224
"Wer diesen Sender schaut, wird nachweislich dümmer" oder auch: "Wer Süddeutsche liest, wird nicht schlauer"

Könnte schon sein, dass die Zuschauer von fox news dumm sind, ich mein, wer schaut schon fox news an, da muss man ja auch schon irgendwie dafür "prädestiniert" sein ...
Aber eine Umfrage, und dann auch noch nur mit 612 Personen, dazu alle aus New Jersey ( .... und am besten noch alle an direkt an der Uni aufgegabelt und alles lauter Studenten mit ein paar Angestellten ) - dass da die Süddeutsche gleich "Nachweislich" in den Mund nimmt ! Da hat die Süddeutsche aber eine saubere Wissenschaftsredaktion ... (wenn sie überhaupt eine hat ....)!
xiong ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.01.2013, 17:24   #59 (permalink)
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Zitat von xiong Beitrag anzeigen
Hi masls, sorry, da verwechselst du etwas total.
Stimmt, habe ich jetzt auch bemerkt Keine Ahnung, woher ich das im Hinterkopf hatte. Naja, manchmal erst Infos suchen, dann posten *merk*
masls ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.01.2013, 21:28   #60 (permalink)
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@ masls

Gut, dann sind wir uns in puncto Steuer und Beitrag einig.

Und bestimmt hast du es schon geahnt, was jetzt zu dem Thema Steuer und Beitrag als Teil II angeführt werden muss :


Gutachten: Neuer Rundfunkbeitrag ist verfassungswidrig

http://www.faz.net/aktuell/oeffentli...-12039707.html
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Ungelesen 25.01.2013, 21:28   #1 (permalink)
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