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Allgemeine Rechtsfragen Im Rechtsforum liegt der Kern und Schwerpunkt in der allgemeinen Information über typische Rechtsfragen oder -probleme, weshalb bei konkreten Auskünften und Ratschlägen nicht der Einzelfall und seine Lösung im Vordergrund stehen soll.

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Alt 02.12.2017, 16:23   #1 (permalink)
Gemeinde-Häschen
 
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Stellen wir uns folgende Situation vor:

Ein Patient wünscht sich neue Zahnkronen (komplette Zahnreihe) und vereinbart mit seinem Zahnarzt, dass diese nach dem Stand der Technik seinen alten Kronen nachgebildet werden, die ihm optisch gefallen, aber nach zwei Jahrzehnten Altersmängel aufweisen. Hierzu beauftragt der Zahnarzt ein externes Zahnlabor mit besten Referenzen, welches sich der Patient deswegen extra ausgesucht hat.

Letzteres fordert vom Arzt das alte Situ-Modell an, um den Zustand des Gebisses vor Entnahme der alten Kronen zu kennen. Dies geschieht mehrere Male erfolglos. Als der Patient davon erfährt, äußert er sich gegenüber dem Zahnlabor besorgt, fragt, wie die Arbeit ohne Situ-Modell zu schaffen sei und bietet Hilfe an (weitere Fotos; die alten entnommenen Kronen; engere persönliche Einbindung in den Modellierprozess etc.)

Das Labor geht darauf nicht ein, sondern bittet den Patienten 7 Tage später, mit seinem Zahnarzt einen baldigen Termin zur Einprobe zu vereinbaren. Die Kronen seien soweit fertig. Man habe das jetzt "mit Erfahrung" hingekriegt. Dies verleitet den Patienten zur Annahme, dass das Auftragsziel auch ohne Situ-Modell erreicht wurde.

Bei der Einprobe äußern sich Zahnarzt und Techniker erfreut über ihre gelungene Arbeit. Der Patient vertraut der Erfahrung der Experten, findet die Kronen optisch soweit in Ordnung, bemängelt nur ihre Länge. Der Zahntechniker beruhigt ihn durch die Aussage, dass die Kronen teils vom Zahnfleisch verdeckt und kürzer erscheinen würden, wenn sie erst richtig einzementiert seien.

Nachdem die Kronen eine Woche später eingesetzt werden, bemerkt der Patient, dass die Kronen weitherhin viel zu lang sind. Außerdem erscheinen sie sehr bauchig, was bei der kurzen Einprobe nicht zu sehen war, weil den Kronen der Glanzbrand noch fehlte. Vergleicht man sie auf Fotos mit den alten Kronen, besteht objektiv ein deutlicher Unterschied. Rein handwerklich gesehen sind sie ok.

Der Patient beklagt, dass

a) dem Techniker das Situ-Modell nicht ausgehändigt wurde

b) der Techniker seine Besorgnisäußerung und sein Hilfsangebot stillschweigend übergangen hat

c) der Techniker ihn nicht vor der Gefahr einer groben Zielverfehlung gewarnt hat

d) der Techniker keine alternativen Wege aufgezeigt hat (z.B. Probetragen der Kronen oder Anfertigung von Provisorien, die nach und nach verbessert werden, bis der Patient zufrieden ist).

Um es noch etwas vertrackter zu machen, wollen wir annehmen, dass bald nachdem sie eingesetzt werden, zwei der Kronen beim Zähneputzen an den Schneidekanten absplittern. Der Patient ist der Ansicht, dies hänge mit der für sein Gebiss ungewöhnlichen Länge der Kronen zusammen, während der Techniker glaubt, dass nur nächtliches Knirschen als Ursache in Frage käme. Da der Patient keine Knirschschiene trage, entfalle sein Anspruch auf die Materialversicherung.

Wie ist die rechtliche Situation des Patienten zu bewerten, nachdem er bei der Einprobe seine Zustimmung gegeben hat? Wie die des Zahnarztes, der das Situ-Modell nicht aushändigte? Und wie die des Zahntechnikers, der zwar solide Arbeit ablieferte, es aber selbst nach eigener Ansicht ästhetisch besser hätte treffen können, wenn ihm das alte Modell zur Verfügung gestanden hätte?
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Ungelesen 02.12.2017, 16:23   #1 (permalink)
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Alt 02.12.2017, 21:53   #2 (permalink)
Uralter Gemeinde-Igel
 
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Zitat von phil69 Beitrag anzeigen
Wie ist die rechtliche Situation des Patienten zu bewerten...?
Das kann sicherlich ein Rechtsanwalt beantworten. Ich würde schleunigst einen solchen aufsuchen.
8848 ist offline   Mit Zitat antworten
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Stichworte
ästhetik, kronen, patientenrecht, zahnarzt, zahnkronen, zahntechnik




 
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