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als sich vor einigen jahren das massaker von erfurt ereignete, war die welt voll von guten ratschlägen, die auf eine künftige vermeidung solcher katastrophen hinausliefen. jetzt sieht man, daß aus den erkenntnissen von damals keine schlußfolgerungen gezogen wurden.
im swr2 konnte man heute hören, präventive maßnahmen müßten ergriffen werden (das hieß es auch schon nach erfurt). experten hörte man sagen, man müsse rechtzeitig herausfinden, welcher jugendliche demnächst so ein attentat anzustellen gedenke.
schulpsychologen würden gebraucht, weil sie am ehesten merken könnten, daß jemand ein attentat plant. deutschland sei aber in der versorgung mit schulpsychologen an allerletzter stelle unter allen vergleichbaren ländern. in baden-württemberg kommen auf einen schulpsychologen 17000 schüler. in rheinland-pfalz sind es 13000, in finnland muß sich aber ein schulpsychologe nur um 800 schüler kümmern.
kurz und gut, alle vorschläge schienen mir an der vorstellung zu kranken, daß man heute eine maßnahme ergreift, und in drei monaten sich schon die ersten positiven ergebnisse zeigen müssen. so schnell geht es aber nicht. vielmehr muß man sich auf einen langen weg gefaßt machen.
in einer schule in berlin (stadtteil tempelhof[?]) meint man den richtigen ansatz zu haben:
- gewalttraining, in dem man lernt, daß konflikte auch verbal ausgetragen werden können.
- dazu das angebot von konfliktschlichtung durch besonders dafür ausgebildete lehrer und schüler.
- weiterhin für die schule die zielsetzung, daß alle schüler mitgenommen werden sollen. keiner wird alleingelassen mit seinen problemen.
- durch einsatz einer ausreichenden zahl von lehrern wird gewährleistet, daß möglichst viele schüler die lernziele erreichen.
- nicht zuletzt durch die aktive hilfe von schülern, die den stoff, der einem anderen schwierigkeiten bereitet, schon kapiert haben.
hätte man diese maßnahmen im jahr von erfurt allgemein in den baden-württembergischen schulen ergriffen, hätte der jugendliche von winnenden und wendlingen im jahre 2009 davon profitieren können. so aber war nichts vorbereitet, und das unheil nahm seinen lauf.
Lazarus
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