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Alt 11.03.2009, 21:22   #1 (permalink)
Gemeinde-Igelchen
 
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als sich vor einigen jahren das massaker von erfurt ereignete, war die welt voll von guten ratschlägen, die auf eine künftige vermeidung solcher katastrophen hinausliefen. jetzt sieht man, daß aus den erkenntnissen von damals keine schlußfolgerungen gezogen wurden.

im swr2 konnte man heute hören, präventive maßnahmen müßten ergriffen werden (das hieß es auch schon nach erfurt). experten hörte man sagen, man müsse rechtzeitig herausfinden, welcher jugendliche demnächst so ein attentat anzustellen gedenke.

schulpsychologen würden gebraucht, weil sie am ehesten merken könnten, daß jemand ein attentat plant. deutschland sei aber in der versorgung mit schulpsychologen an allerletzter stelle unter allen vergleichbaren ländern. in baden-württemberg kommen auf einen schulpsychologen 17000 schüler. in rheinland-pfalz sind es 13000, in finnland muß sich aber ein schulpsychologe nur um 800 schüler kümmern.

kurz und gut, alle vorschläge schienen mir an der vorstellung zu kranken, daß man heute eine maßnahme ergreift, und in drei monaten sich schon die ersten positiven ergebnisse zeigen müssen. so schnell geht es aber nicht. vielmehr muß man sich auf einen langen weg gefaßt machen.

in einer schule in berlin (stadtteil tempelhof[?]) meint man den richtigen ansatz zu haben:
- gewalttraining, in dem man lernt, daß konflikte auch verbal ausgetragen werden können.
- dazu das angebot von konfliktschlichtung durch besonders dafür ausgebildete lehrer und schüler.
- weiterhin für die schule die zielsetzung, daß alle schüler mitgenommen werden sollen. keiner wird alleingelassen mit seinen problemen.
- durch einsatz einer ausreichenden zahl von lehrern wird gewährleistet, daß möglichst viele schüler die lernziele erreichen.
- nicht zuletzt durch die aktive hilfe von schülern, die den stoff, der einem anderen schwierigkeiten bereitet, schon kapiert haben.

hätte man diese maßnahmen im jahr von erfurt allgemein in den baden-württembergischen schulen ergriffen, hätte der jugendliche von winnenden und wendlingen im jahre 2009 davon profitieren können. so aber war nichts vorbereitet, und das unheil nahm seinen lauf.

Lazarus
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Ungelesen 11.03.2009, 21:22   #1 (permalink)
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Alt 11.03.2009, 22:48   #2 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Lazarus Beitrag anzeigen
kurz und gut, alle vorschläge schienen mir an der vorstellung zu kranken, daß man heute eine maßnahme ergreift, und in drei monaten sich schon die ersten positiven ergebnisse zeigen müssen.
Ein weiterer Grund ist sicher, dass Prävention auch Geld kostet und dem Staat die Sachen am liebsten sind, die nichts kosten. Und nichts tun kostet halt nichts...
Sterntaler ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.03.2009, 09:42   #3 (permalink)
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Außerdem ist es einfacher, die Verantwortung weg zu schieben- zB sind Computerspiele und Musik ja angeblich oftmals an derartigen Taten Mitschuld.

Der Staat phaselt jetzt wieder herum, nutzt das Thema für die Wahl und dann ist wieder Ruhe im Karton bis es sich dann irgendwann wiederholt. Dann wird es wieder aufgekocht.

Auch wenn es ein wenig rabiat klingen mag:
Zum Glück ist der Täter kein Ausländer, kein Moslem und kein Rechtsradikaler, denn so wird dem Land vielleicht bewußt, was "ganz normale Durchschnittsdeutsche" anrichten können- und eben auch hier wäre es dann einmal mehr an der Zeit, präventiv im Leben der "ganz normalen Heranwachesenden" einzugreifen, sie aufzufangen.
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Alt 12.03.2009, 14:23   #4 (permalink)
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ein weiterer aspekt: ich denke, daß die möglichkeit zum erwerb von schußwaffen weiter eingeschränkt gehört. weshalb braucht ein sportschütze, der auf dem schießstand seines vereins mit kleinkaliber-, luftgewehr und sportpistole hantiert, eine großkalibrige Beretta-pistole, die er samt munition in seinem schlafzimmer versteckt, so daß sie der junior dort finden und an sich nehmen kann.

hier hat jemand in seiner schwäbischen heimat für sich privat den "american way of life" in seiner übelsten ausprägung verwirklicht. in den USA gibt es mehr schußwaffen als einwohner, kinder und greise mitgerechnet. wir wollen diesen weg aber nicht gehen, denn sonst würde sich winnenden noch wesentlich öfter ereignen.

dem vater gehört der waffenerwerbschein abgenommen. die schußwaffen gehören eingezogen wegen unzuverlässigkeit des eigentümers. gegen einbrecher kann man sich in deutschland viel wirksamer mit überwachungstechnik wappnen als mit einer Beretta.

schließlich sollte man jeden inhaber eines waffenerwerbscheins unangemeldet kontrollieren. wenn die beschafften waffen nicht ausnahmslos gemeldet sind und die aufbewahrung nicht zuverlässig erfolgt, gehört der schein eingezogen.

Lazarus
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Alt 12.03.2009, 16:30   #5 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Stratos Beitrag anzeigen
Außerdem ist es einfacher, die Verantwortung weg zu schieben- zB sind Computerspiele und Musik ja angeblich oftmals an derartigen Taten Mitschuld.
Jeep das war auch heute wieder überall zu lesen.Ich glaube nicht das,das zur Gewalt und Amokläufen beiträgt.

Meine ganze Familie schaut gerne Horrofime und hört halt Musik die nicht alle so hören.Trotzdem sind wir nicht Gewaltbereit.

Es ist halt einfach Fakt das solche Menschen halt so was hören und halt nicht den Heino etc.


Geändert von Bluemchenfarbe (12.03.2009 um 16:34 Uhr).
schotte_6261 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.03.2009, 19:38   #6 (permalink)
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..nichts dazugelernt haben vor allem auch die Medien. Die Berichterstattung, egal ob Funk,Fernsehen/Print-Medien ,stürzt sich geradezu in "Wildwest-Manier" auf diese schreckliche Tragödie. Fast minütlich gibt es neue "Erkenntnisse", die genauso schnell wieder dementiert werden. Das Wohnhaus der Eltern wird ausführlich aus allen Perspektiven gezeigt. Mir scheint das die Reporter gnadenlos jeden vors Mikrofon zerren, der den Täter auch nur im Entferntesten kannte. Schnell, für mich zu schnell, gibt es Schuldzuweisungen, Das Internet, Viedospiele, das Waffengesetz,...alles ist "Schuld".
Was bleibt, ist die Tatsache einer wirklich schrecklichen Tragödie. Berichterstattung soll und muss sein.
Aber bitte mit etwas mehr Sensibilität den Opfern und Ihren Angehörigen gegenüber.
crissi5353 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.03.2009, 22:20   #7 (permalink)
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hallo crissi5354,

ich möchte dir doch ganz sachte auf deine medienschelte die frage vorlegen, ob nicht alle, die von dem attentat gehört hatten, begierig darauf warteten, weitere nachrichten zu bekommen, da doch anfangs nur stückwerk bekannt war? da waren du und ich doch auch dabei. man muß in der ersten zeit der berichterstattung in kauf nehmen, daß vieles den medien noch nicht bekannt ist und deshalb jeder satz mit einem vorbehalt endet und sich daher wie spekulation anhört. BILD habe ich nicht gelesen, nehme aber an, daß diese leute ihre gewohnte schau abgezogen haben. beim seriösen qualitätsjournalismus hat man so etwas aber nicht gesehen.

Lazarus
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Alt 12.03.2009, 22:28   #8 (permalink)
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Ich finde es auch ganz fürchterlich, wenn man Freunde und Kameraden vor die Kamera holt. Jugendliche gehören nach solch einem Verbrechen nicht von den Medien im Fernsehen befragt, das sollte ein Ehrenkodex sein!
Sterntaler ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.03.2009, 23:38   #9 (permalink)
Gemeinde-Igelchen
 
Benutzerbild von Alien011
 
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Zitat:
Zitat von Lazarus Beitrag anzeigen
in finnland muß sich aber ein schulpsychologe nur um 800 schüler kümmern.
Was allerdings auch noch zu wehnig ist:
Finnland: Neun Tote bei Amoklauf in Schule | tagesschau.de
Alien011 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.03.2009, 09:23   #10 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Sterntaler Beitrag anzeigen
Ich finde es auch ganz fürchterlich, wenn man Freunde und Kameraden vor die Kamera holt. Jugendliche gehören nach solch einem Verbrechen nicht von den Medien im Fernsehen befragt, das sollte ein Ehrenkodex sein!

Da gebe ich dir Recht .
ich weiß nicht aber die ,die vor der Kamera stehen unterschreiben dafür das,das ausgestrahlt wird.Nur mit Einwilligung desjenigen wird es ausgestrahlt.
Bei Jungendlichen wären dann ja die Eltern gefragt das nicht zu unterschreiben.

Nur mal nebenbei erwähnt.


Ich für meinen Teil bin der festen Überzeugung das der "Wurm" immer noch im Elternhaus begraben ist.Menschen die wenig Aufmerksamkeit-Liebe bekommen entwickeln sich anders.

Das Fundament wird in der Kindheit gelegt ,nur wenige andere Sachen sind dann noch für die Weiterentwicklung zum Erwachsen werden woanders zu suchen.
schotte_6261 ist offline   Mit Zitat antworten
Ungelesen 13.03.2009, 09:23   #1 (permalink)
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